Freitag, 23. Mai 2014

Kulturschock Japantag

Letzte Woche hatte mich eine japanische Freundin gefragt, ob ich mit ihr zusammen auf den Japantag gehe. "Klar!" antwortete ich, warnte sie jedoch, dass das Publikum dort ziemlich verrückt ist. 

Bevor es am Samstag losging, hat Ayana uns zu sich nach Hause eingeladen, um gemeinsam Okonomiyaki zu essen. 




Gestärkt duch Bier und einer Menge Mayo sind wir also in die Altstadt gefahren. Von der Altstadt kamen wir zur Rheinpromenade und befanden uns aufeinmal in einem Pulk von Menschen. Während uns die Sonne brutzelte, ging es wegen der Massen nur im Schneckentempo voran.
Nach 5 Minuten hatte man bereits den Eindruch das 70% der Besucher aus Cosplayer bestand. 
Als wir uns von der Masse treiben ließen, fragte mich die arme - ziwschen Lolita, Naruto und Sailor Moon - eingequetschte Ayana "Wo sind denn die japanischen Besucher?"
 
"hmm.."

Irgendwann haben wir es dann doch bis zur Bühne geschafft, wo wir uns in Maid-Kostümen zu schrillquietschender japanischer Popmusik tanzende Mädchen angesehen haben. Wortlos beobachtete Ayana das Spektakel und meinte plötzlich "Ich habe einen Kulturschock!" So habe sie sich den Japantag nicht vorgestellt. 


Danach sind wir zu den Ständen gegangen, was wirklich schwierig war, da vor jedem eine große Traube von Menschen stand, so dass man oft nicht sehen konnte um was für einen Stand es sich handelt. Was uns allerdings auffiel: die Hälfte der Stände verkaufte Cosplay und Anime-Artikel.
Ayana: "Warum heißt der Tag Japantag und nicht Animetag?

Tja~ , das war nicht immer so.
Als ich mit 12 das erste Mal auf dem Japantag war, war das kulturelle Angebot viel größer, ganz geschweige davon, dass es nur vereinzelt Cosplayer gab. Man konnte sich die Stände ohne Gedränge in Ruhe ansehen, es gab Vorführung in Bogenschießen und Kampfsport. An der Rheinpromenade konnten die Kinder Fußball spielen.  

Hach jaa~, früher war alles besser , ne? ;)
Nichtsdestotrotz haben wir uns einen schönen Tag gemacht.


 Wir haben uns noch ein Bierchen im Büdchen besorgt und sind dann anschließend zu mir gefahren, haben bei Wein und Tapas das Spiel Dortmund gegen Bayern verfolgt und uns dann schließlich alle gemeinsam das Feuerwerk von unserer Seite des Rheins angesehen.
Das war wirklich praktisch, da wir von unserer Wohnung aus nur 15 Minuten bis zu den Wiesen brauchten, wo das Feuerwerk angezündet wurde. 
Dort gab es bei weitem nicht so viele Zuschauer, wie in der Altstadt, weswegen man sich gemütlich auf den Boden setzen und das Feuerwerk genießen konnte. 


Kommentare:

  1. Ich war das erste Mal dort und mir waren es echt zu viele Menschen.... An die Stände kam man leider gar nicht ran... Ich denke nicht, dass ich noch ein zweites Mal hingehen werde. ^^" Da bevorzuge ich dann doch lieber ein Ticket nach Japan! ;) Die Stadt Düsseldorf hat mir sehr gut gefallen,...bis auf die unzivilisierten Säufer in der Altstadt nach dem Feuerwerk. U-u

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  2. O nein, die Arme. Auf dem Japantag in DD war ich zwar noch nie, aber ich weiß von meinem Mann, dass er persönlich es gar nicht so super findet, dass der Hauptexport seines Landes Anime und Manga sind und der Rest der Kultur einfach in den Hintergrund gedrängt wird.

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    1. Das kann ich absolut nachvollziehen! Hätte es während meiner Zeit in Taiwan einen Deutschlandtag gegeben und wären nur die Stereotypen bedient worden (wer weiß, vielleicht alle in Lederhosen und Dirndlen), dann wäre ich sicher augrollend heinmgekehrt. ;)
      Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn die Leute Spaß an Anime und Cosplay haben, aber wenn das zum Hauptkontext einer Kulturveranstaltung wird, finde ich das reichlich schade.
      Aber wie sagt der Kölner so passend: Et es wie et es. ;)

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  3. haha, ich verabscheue den Japantag seit einigen Jahren nurnoch ;)
    Zu viele Menschen, Fremdschämen auf seeeeehr hohem Niveau, nurnoch Kommerz und kaum noch Kultur.
    Dieses Jahr haben wir es ganze 5 Minuten in der Stadt ausgehalten... naja.. was soll man machen *seufz*
    Die Leute aus unserem Bekannten&Freundeskreis halten sich meißt ebenso fern, außer sie werden firmenintern zur Aushilfe am Jojo-Kimono-sonstwas Stand gezwungen ^^

    btw- ich war mal so dreist dich in meinem Blog zu taggen.. schau bei Gelegenheit mal rein, ja? :P
    http://myichigodaifuku.wordpress.com/2014/06/10/liebster-award/

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    1. Hallo liebe Rose,

      Da sprichst du mir aus der Seele! ;) Ich werde zukünftig auch nur noch am Japantag Abend zu den Rheinwiesen spazieren um das Feuerwerk zu sehen, den Rest kann man sich wirklich sparen.
      Die armen Bekannten, die gezwungen werden, den Tag eingepfercht am Stand zu verbringen. ^_~
      Vielen Dank übrigens für das taggen! Ich freue mich schon darauf die Fragen zu beantworten. :)

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